Kohlmuseum eingeweiht


Kohlosseum erhält nach Krautwerkstatt und Bauernmarkt weitere Attraktion

Von Werner Hajek

Wesselburen – Großer Tag im Kohlosseum: Mit einem Festakt, einer Begehung und einem Buffet ist das Kohlmuseum am Sonnabendvormittag offiziell eingeweiht worden. Ab Anfang des Jahres soll dann regelmäßig geöffnet sein.

Unter dem gewaltigen Dach der ehemaligen Sauerkrautfabrik entstanden ein großer Ausstellungsraum und eine stattliche Veranstaltungshalle – „Kohlsaal“ benannt.

Der erste Eindruck ist mehr als positiv: Die Ausstellungsfläche ist kleinteilig gegliedert durch eine Vielzahl von Holzständern – sie stützen die schweren Deckenbalken. Trotzdem wirkt der Raum licht und freundlich. Wer heute noch glaubt, dass historische Museen trübe und muffig sein müssen, wird sich angenehm überrascht fühlen. Zu sehen ist eine bereits stattliche Sammlung von Ausstellungsstücken rund um den Kohl, dazu aber auch diverse Haushaltsgeräte wie Handkaffeemühlen, Bügeleisen und Brotschneidemaschinen.

Ein Großteil stammt aus dem Privatbesitz engagierter Kohlosseums-Freunde: „Martin, ick heff dor wat för di“, bekam Mit-Initiator Martin Kehl oft und gerne zu hören. Das berichtete er in seiner Begrüßungsrede. Sinngemäß stellte Kreispräsident Karsten Peters Ähnliches in Aussicht. Er versprach, sich für Leihgaben aus dem Museumfundus des Kreises stark zu machen.

Begonnen hat die Erfolgsgeschichte des Kohl-Museums vor fünf Jahren mit einem Anruf von Krautmeister Hubert Nickels bei Kehl. Der Krautmeister brauchte nicht lange, um Kehl für seine Museumsidee zu begeistern. Anfangs seien die Hindernisse groß gewesen, doch: „Gibt es nicht, gab es nicht.“ Ein Förderverein wurde gegründet, prominente Unterstützer und Sponsoren fanden sich. Besonders wichtig war der Rückhalt bei den damaligen und jetzigen Gebäudebesitzern.

Doch ein Museum wird nie fertig, wie auch der Vorsitzende des Fördervereins, Achim Krumbiegel, anmerkte. Vor allem gelte es jetzt, das Museum mit Leben zu erfüllen. Ein Konzept für Kinderführungen liege vor, und Sonderausstellungen sollen zu wiederholten Besuchen des Museums Anreiz geben.

Als Erstes wird eine Sonderausstellung über die Sturmflut 1962 gezeigt werden – ein Hinweis darauf, dass sich das Museum über das Thema Kohl hinaus mit der Region beschäftigen will.

Ehrengast Veronika Kolb kann sich überdies eine Sondernutzung der sogenannten Kohlhalle vorstellen. Kolb schwärmte von der Akustik des Raumes und träumte laut von Konzerten im Rahmen des Schleswig-Holsteinischen Musik Festivals.

So oder so wird das Kohlosseum mit seinem neuen Dreiklang aus Krautwerkstatt, Bauernmarkt und Kohl-Museum noch mehr als bisher zur Attraktivität der Region für Ausflügler und Touristen beitragen.

So macht die 142 Jahre alte Zucker- und spätere Sauerkrautfabrik noch einmal eine Karriere, an die vor einem Jahrzehnt nur einer geglaubt hatte: Hubert Nickels.

Bericht DLZ vom 10.12.2007

Feierliche Eröffnung des Kohlmuseums