Sauerkrautsaft im Schnapsglas
Krautmeister Hubert Nickels bietet neuen Gemüsemix und naturtrüben Saft an
Von Katrin Gänsler
Wesselburen – Eigentlich kommen Hubert Nickels nachts die Ideen. Doch diesmal entdeckte der Wesselburener Krautmeister das Vorbild für sein neues buntes Gemüsemix auf der Grünen Woche in Berlin – am Stand der Koreaner.
In Korea gibt es seit vielen Jahrhunderten so genanntes Kimchi (siehe unten). Hauptbestandteil der Speise ist Chinakohl. „Aber mit Chinakohl wollte ich das nicht anrichten, sondern mit Weißkohl“, erinnert sich der 65-Jährige an die Anfänge. Als er das koreanische Sauerkraut zum ersten Mal auf der Grünen Woche probierte , hatte er Schweiß im Gesicht. Denn anders als bei seiner Mischung gehört in das asiatische Original viel Chili.
Darauf hat Nickels bei seinem Mix verzichtet. Er tüftelte viele Jahre. Jetzt ist das neue Produkt fertig. Statt Chili nimmt er Möhren, Sellerie, Porree, Rettich, Blumenkohl, Paprika und Mais. Hergestellt wird das Gemüse wie sein Sauerkraut, also ohne Hitzebehandlung. Rund sieben Tage lang vergärt es bei 18 bis 20 Grad. Wenn der Milchsäureanteil bei 1,1 Prozent und der PH-Wert bei 4,1 Prozent liegt, kann es in die Kühlung. Drei Tage lang lagert es bei 0,2 Grad, bis es in den Kühlschrank kommt.
Vergangene Woche hat Hubert Nickels bei Besuchern getestet, wie seine Gemüsemischung angenommen wird. Jetzt soll das 450-Gramm-Glas in die Produktion gehen. Entstehen sollen auch verschiedene Rezepte. Derzeit bietet Nickels das Kraut kalt mit einem Schuss Öl an. In die warme Variante kommen Zwiebeln und Schinkenwürfel.
Doch nicht nur das Gemüsekraut ist neu. Nach dem traditionellen Sauerkraut, von dem jährlich 50 000 Gläser hergestellt werden, Krautsalben, Kräutermischung und Shampoo, gibt es nun naturtrüben Sauerkrautsaft. „Der ist gut für Darm und Verdauung“, sagt der Krautmeister. Er empfiehlt, jeden Morgen vor dem Frühstück ein Schnapsglas voll zu trinken – pur. Aber auch die Mischung mit Wasser sei möglich. Die Herstellung des Saftes dauert ein bis zwei Wochen.
Saft und Gemüsemix präsentiert Nickels ab April nicht mehr nur an einem, sondern an drei Tagen pro Woche. Dienstag bis Donnerstag ist die Krautwerkstatt jeweils von 14 bis 17 Uhr geöffnet.
Kimchi aus Korea
Kimchi gibt es etwa seit dem 12. Jahrhundert in Korea. Das Wort lässt sich vermutlich auf den Begriff „shimchae“ zurückführen. „Shimchae“ bezeichnet das Salzen von Gemüse. In der Anfangszeit war es der Überbegriff für gesalzenes und eingelegtes Gemüse.
Im 18. Jahrhundert wurde schließlich Chilipulver beigemischt. Etwas später begann schließlich der Kohlanbau in Korea.
Heute ist das Gemüse fester Bestandteil auf dem koreanischen Speiseplan. Vor dem Essen gibt es ein kleines Schälchen Kimchi. Besonders beliebt ist es außerdem in den Vereinigten Staaten sowie Japan geworden.
Bericht aus der DLZ vom 06.03.2007
Gemüsemix
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