Hubert, de Fummelbüdel – Wie geht Kohl?

Als Hubert Nickels am 17.04.1941, einem Donnerstag, in Averlak/Süderdithmarschen das Licht der Welt erblickte, ahnte niemand etwas von seiner Karriere als Fummelbüdel, Krautmeister und Sauerkrautpapst. Obwohl – die Eltern waren Selbstversorger und zogen das Gemüse im eigenen Garten – hier schon ein gewisses Fundament gelegt wurde.

Nach dem Besuch der Volksschule in Averlak, die er von Ostern 1948 bis Ostern 1957 durchlief, folgte eine Maschinenschlosserlehre bei der Firma Pano in Brunsbüttel, die Hubert als Geselle abschloss.

1962 rief das Vaterland. Hubert nutzte die Zeit nach der Grundausbildung, um alle Führerscheine zu erwerben. Anschließend ging es zurück als Kundendienstmonteur zur Firma Pano, wo er auch ganze Fertigungsstraßen, so genannte Linien, konstruierte.

Mit dreißig Jahren sei die Zeit reif, ans Eingemachte zu gehen. Und so wechselte Hubert als Praktikant zur Konservenfabrik VEKO in Meldorf. Er kümmerte sich um Gemüsekonserven aller Art und Marmeladen und legte – ganz nebenbei – DMark auf DMark zurück für eine Fachausbildung an der staatlich anerkannten Fachschule für Lebensmitteltechnik in Neumünster.

Nach 16 Monaten besaß er Brief und Siegel, um als Produktionsleiter eingesetzt zu werden. Dabei nutzte er stets die Möglichkeit, bei einer neuen Firma Neues zu lernen. Nach den Stationen bei Rehder & CO (8 Jahre) und Pegels (9 Jahre) konnte er bei Mainfrost einen Zweigbetrieb in Lund aufbauen.

Mit 50 Jahren kam er endlich in Wesselburen an. Die Firma Philipp & CO suchte 1991 einen Betriebsleiter. Die Wahl fiel auf Hubert Nickels. Doch dann, drei Jahre vor der Verrentung, kam das Aus des Unternehmens.

Doch für den Vater zweier Kinder kam es nicht infrage, die Hände in den Schoß zu legen. Als echter Fummelbüdel (zu Hochdeutsch: Tüftler) hatten ihn immer schon knifflige technische Probleme gereizt. Und heraus kam die patente Idee eines atmenden Deckels.

Bundesweit, ja europaweit, das wusste Hubert, lieben die Menschen gesundes Sauerkraut. Natürlich wusste er auch, dass eine Hitzebehandlung des Krauts den Milchsäurebakterien den Garaus macht. So als würde man beim Radio den Stecker ziehen. Hubert Nickels reichte seine Idee als Patent ein und schob in Wesselburen seine eigene Manufaktur an.

Das sprach sich rum, in der Presse, beim Fernsehen. Und prompt ernannte Heike Götz (Landpartie) den Krautmeister zum Sauerkrautpapst.

Mittlerweile arbeiten 18 Paar fleißige Hände im KOHLosseum an der Bahnhofstraße 20. Hier befinden sich neben der Krautwerkstatt ein Hofladen sowie ein Kohlmuseum.
Wer hierher kommt erfährt, wie Kohl geht, wie Kohl schmeckt und wie Kohl auf den Tisch kommt. Auch die Landwirtschaftskammer SH kam, kostete und krönte das Frischeprodukt mit ihrem Gütesiegel.

Ganz nebenbei engagiert sich der Krautmeister seit 1990 als Stadtverordneter der Hebbelstadt Wesselburen. 2012  kam eine Einladung aus Kiel. Die Politik der Landeshauptstadt würdigte sein ehrenamtliches Engagement mit der Ehrennadel Schleswig-Holsteins.

Die Fummelbüdelei endet natürlich nicht bei der Lösung lebensmitteltechnischer Probleme. Immer wieder fragt sich der Krautmeister, was sonst noch geht in Sachen Kohl. Heraus kam die patentierte Salbe WeKoh-SaL; das Shampoo Wekoh-Shamp, Säfte, Spirituosen und zahlreiche weitere Produkte.

Als Hubert Nickels am 17.04.1941, einem Donnerstag, in Averlak/Süderdithmarschen das Licht der Welt erblickte, ahnte niemand etwas von seiner Karriere als Fummelbüdel, Krautmeister und... mehr erfahren »
Fenster schließen
Hubert, de Fummelbüdel – Wie geht Kohl?

Als Hubert Nickels am 17.04.1941, einem Donnerstag, in Averlak/Süderdithmarschen das Licht der Welt erblickte, ahnte niemand etwas von seiner Karriere als Fummelbüdel, Krautmeister und Sauerkrautpapst. Obwohl – die Eltern waren Selbstversorger und zogen das Gemüse im eigenen Garten – hier schon ein gewisses Fundament gelegt wurde.

Nach dem Besuch der Volksschule in Averlak, die er von Ostern 1948 bis Ostern 1957 durchlief, folgte eine Maschinenschlosserlehre bei der Firma Pano in Brunsbüttel, die Hubert als Geselle abschloss.

1962 rief das Vaterland. Hubert nutzte die Zeit nach der Grundausbildung, um alle Führerscheine zu erwerben. Anschließend ging es zurück als Kundendienstmonteur zur Firma Pano, wo er auch ganze Fertigungsstraßen, so genannte Linien, konstruierte.

Mit dreißig Jahren sei die Zeit reif, ans Eingemachte zu gehen. Und so wechselte Hubert als Praktikant zur Konservenfabrik VEKO in Meldorf. Er kümmerte sich um Gemüsekonserven aller Art und Marmeladen und legte – ganz nebenbei – DMark auf DMark zurück für eine Fachausbildung an der staatlich anerkannten Fachschule für Lebensmitteltechnik in Neumünster.

Nach 16 Monaten besaß er Brief und Siegel, um als Produktionsleiter eingesetzt zu werden. Dabei nutzte er stets die Möglichkeit, bei einer neuen Firma Neues zu lernen. Nach den Stationen bei Rehder & CO (8 Jahre) und Pegels (9 Jahre) konnte er bei Mainfrost einen Zweigbetrieb in Lund aufbauen.

Mit 50 Jahren kam er endlich in Wesselburen an. Die Firma Philipp & CO suchte 1991 einen Betriebsleiter. Die Wahl fiel auf Hubert Nickels. Doch dann, drei Jahre vor der Verrentung, kam das Aus des Unternehmens.

Doch für den Vater zweier Kinder kam es nicht infrage, die Hände in den Schoß zu legen. Als echter Fummelbüdel (zu Hochdeutsch: Tüftler) hatten ihn immer schon knifflige technische Probleme gereizt. Und heraus kam die patente Idee eines atmenden Deckels.

Bundesweit, ja europaweit, das wusste Hubert, lieben die Menschen gesundes Sauerkraut. Natürlich wusste er auch, dass eine Hitzebehandlung des Krauts den Milchsäurebakterien den Garaus macht. So als würde man beim Radio den Stecker ziehen. Hubert Nickels reichte seine Idee als Patent ein und schob in Wesselburen seine eigene Manufaktur an.

Das sprach sich rum, in der Presse, beim Fernsehen. Und prompt ernannte Heike Götz (Landpartie) den Krautmeister zum Sauerkrautpapst.

Mittlerweile arbeiten 18 Paar fleißige Hände im KOHLosseum an der Bahnhofstraße 20. Hier befinden sich neben der Krautwerkstatt ein Hofladen sowie ein Kohlmuseum.
Wer hierher kommt erfährt, wie Kohl geht, wie Kohl schmeckt und wie Kohl auf den Tisch kommt. Auch die Landwirtschaftskammer SH kam, kostete und krönte das Frischeprodukt mit ihrem Gütesiegel.

Ganz nebenbei engagiert sich der Krautmeister seit 1990 als Stadtverordneter der Hebbelstadt Wesselburen. 2012  kam eine Einladung aus Kiel. Die Politik der Landeshauptstadt würdigte sein ehrenamtliches Engagement mit der Ehrennadel Schleswig-Holsteins.

Die Fummelbüdelei endet natürlich nicht bei der Lösung lebensmitteltechnischer Probleme. Immer wieder fragt sich der Krautmeister, was sonst noch geht in Sachen Kohl. Heraus kam die patentierte Salbe WeKoh-SaL; das Shampoo Wekoh-Shamp, Säfte, Spirituosen und zahlreiche weitere Produkte.

Filter schließen
Für die Filterung wurden keine Ergebnisse gefunden!
Zuletzt angesehen